Infos für Professor/inn/en, Hochschulangestellte, Tutor/inn/en

Informationen über Studierende mit Hörbehinderung   Informationen über Studierende mit Sehschädigung
F Wie kann ich meine Vorlesung für Hörbehinderte barrierefrei gestalten?
A

Um der Vorlesung folgen zu können, wird einem hörbehinderten Studierenden technische Hilfsmittel oder personelle Assistenz in Form von Gebärdensprachdolmetschenden oder Schriftdolmetschenden benötigen. In einzelnen Hörsälen sind induktive Höranlagen beziehungsweise Mikroportanlagen vorhanden. Sie als Professorin oder Professor können dann ganz normal ins Mikrofon sprechen und hörbehinderte Studierende können sich über vorhandene Anschlüsse mit der Anlage verbinden und so der Vorlesung folgen. Sie sollten sich in diesem Fall nicht zu weit vom Mikrofon entfernen.

Wenn Gebärdensprachdolmetschende zur Verfügung stehen, sollten sie darauf achten, dass die Dolmetschenden genügend Zeit haben, das von Ihnen Vorgetragene zu übersetzen. Dazu genügt ein Blick auf die Dolmetschenden und gelegentliche Pausen, um den Dolmetschenden genug Zeit zu geben. Das Gleiche gilt bei Schriftdolmetschenden.

Bedenken Sie bei Fragen des hörgeschädigten Studierenden, dass es eine Zeitverzögerung durch die Verdolmetschung gibt. Beantworten Sie die Fragen, auch wenn Sie bereits einen Punkt in Ihrem Vortrag weiter sind.

Sollten Ihnen manche Fragen seltsam oder inhaltlich vollkommen vom Thema abweichend vorkommen, fragen Sie noch einmal nach. Eventuell ist im Dolmetsch-Vorgang etwas schief gelaufen.

weitere Infos»

 
F Wie kann ich meine Vorlesung für Sehgeschädigte barrierefrei gestalten?
A

Besonders für blinde und sehbehinderte Studierende ist es grundsätzlich eine große Hilfe, wenn Sie Ihre Unterlagen in digitaler Form zur Verfügung stellen.

Wenn Sie Bedenken haben, dass die Unterlagen nicht vertraulich behandelt werden, dann können Sie sich vertraglich so absichern, dass ihre Rechte an den Unterlagen gewahrt bleiben. Das Beispieldokument zeigt, wie ein solcher Vertrag aussehen könnte.

Damit auch sehgeschädigte Studierende Ihren Vorlesungen folgen können, sollten Sie auf Richtungshinweise wie "Sie sehen hier", "ich schreibe dort", "hier oben und da unten" während Sie auf etwas mit der Hand deuten, verzichten. Sehgeschädigte können diese Hinweise nicht deuten, weil sie das Tafelbild und die Geste unter Umständen nicht sehen können. Versuchen Sie deshalb, möglichst viel mit Worten zu beschreiben.

Wenn Sie Powerpoint-Präsentationen in Ihren Vorlesungen verwenden, ist es für Studierende mit einer Sehbehinderung hilfreich, wenn Sie kontrastreiche, nicht blendende Farben verwenden.

Sie können auch dazu beitragen, dass Ihre Unterlagen barrierefrei werden, wenn Sie bei deren Strukturierung Formatvorlagen verwenden. Mithilfe der Definition der Formatvorlagen können Blinde in einem Dokument navigieren und von Überschrift zu Überschrift springen.

F Wie kann ich meine Vorlesungsskripte möglichst zugänglich gestalten?
A

Grundsätzlich gilt, dass Sie den hörbehinderten Studierenden die Möglichkeit geben sollten, Ihr Vorlesungsskript zu kopieren (eventuell auch mit der Auflage, dieses nicht weiterzugeben). Der/die hörbehinderte Studierende kann selbst während der Vorlesung nur schwer ein Skript anfertigen, weil er/sie entweder den Gebärdensprachdolmetschern zusehen muss oder den Mitschriften der Schriftdolmetscher. Manchmal gibt es für hörbehinderte Studierende Mitschreibkräfte. In diesem Fall wird das Vorlesungsskript nicht unbedingt benötigt.

 
F Wie kann ich meine Vorlesungsskripte möglichst zugänglich gestalten?
A

Die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) legt fest, welche Voraussetzungen ein Dokument erfüllen muss, um als barrierefrei zu gelten:

  • Beachten Sie beim Erstellen von Dokumenten folgende Kriterien, werden Ihre Dokumente für Menschen mit Sehschädigung weitgehend barrierefrei: Nutzen Sie zur Strukturierung Ihres Dokuments Formatvorlagen und Strukturierungselemente wie geschachtelte Listen. Werden Überschriften nur manuell durch Fettdruck, Farbe und Vergrößerung der Schrift gekennzeichnet, ist dies für Menschen mit Blindheit nicht wahrnehmbar. Ein Screenreader oder andere assistive Programme nutzen diese Struktur-Informationen und unterstützen den Nutzer bei der Navigation durch das Dokument. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie selbst automatisch ein Inhaltsverzeichnis erstellen können.
  • Sorgen Sie dafür, dass für das Verständnis wichtige grafische Elemente kurz im Text beschrieben werden. Wenn Sie diese mit Alternativtext versehen, weiß eine Person mit Blindheit, dass eine Grafik vorhanden ist und kann sich diese bei Bedarf beschreiben lassen.
  • Verwenden Sie Schriften ohne Serifen wie beispielsweise Arial. Solche Schriften sind besser lesbar als Schriften mit Serifen wie beispielsweise Times New Roman.
  • Beim Erstellen von Grafiken und Präsentationen sollte der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund so gewählt werden, dass die Schrift gut lesbar ist. Animierte Elemente in einer Präsentation, wie das Hereinfliegen von Text oder blinkende Elemente, machen es für Menschen mit Sehbehinderung schwer, Präsentationen zu folgen.
  • Wenn Sie Skripte in LaTeX erstellen, ist es sinnvoll, den Inhalt vom Layout zu trennen. Da Menschen mit Blindheit den LaTeX-Quellcode lesen, wenn sie auf Formeln treffen, können sie die Layout-Informationen überspringen.
F In meiner Tutorengruppe ist ein/e hörbehinderte/r Teilnehmer/in. Wie kann ich ihm/ihr beim Lernen für eine Prüfung helfen?
A

Unterstützen Sie den hörgeschädigten Teilnehmer bei der Aufarbeitung der Mitschriften. Aus Erfahrung wissen Sie bestimmt, wie schwierig es sein kann, die Notizen/ Mitschriften anderer zu verstehen. Inhalte aufzuarbeiten, die man nicht direkt gehört hat, ist schwierig und erfordert zusätzlichen Aufwand und das Nutzen weiterer Literatur. Helfen Sie auch bei der Rezeption von Literatur, da die Schriftsprache den Studierenden Schwierigkeiten bereiten kann.

 
F In meiner Tutorengruppe ist eine Person mit Sehschädigung. Wie kann ich ihm/ihr beim Lernen für eine Prüfung helfen?
A

Welche Hilfe eine Person mit Sehschädigung benötigt, ist individuell verschieden. Die naheliegende Lösung ist hier die beste: nämlich diese Person selbst zu fragen, ob und welche Hilfestellungen erwünscht sind. Grundsätzlich helfen folgende Punkte:

  • Versuchen Sie alles laut vorzulesen, was Sie auf die Tafel schreiben.
  • Stellen Sie der Person Ihre Unterlagen elektronisch zur Verfügung.
  • Akzeptieren Sie, wenn die betroffene Person manche Aufgaben in einer Ihnen vielleicht ungewohnten Form abgibt, z.B. Lösungen von Mathematikaufgaben im LaTeX-Quellcode.
  • Manchen Studierenden hilft es für die Nachbereitung, das Tutorium aufzunehmen. Häufig erhalten Studierende erst später barrierefreie Unterlagen und können dann mithilfe der Aufnahmen die Inhalte nachbereiten. Wenn Sie Bedenken haben, können Sie vereinbaren, dass die Inhalte nicht weitergegeben werden dürfen und nach der Nutzung gelöscht werden müssen.

Durch gelegentliche Zwischenfragen können Sie frühzeitig erkennen, ob alle Teilnehmenden folgen konnten.

Bei Gruppenarbeiten sollten Sie dafür sorgen, dass Studierende mit Sehschädigung nicht alleine arbeiten.

Wenn im Tutorium Studierende Lösungen an der Tafel präsentieren, können Studierende mit Sehschädigung die Lösungen mündlich vorstellen.

F Weshalb bereitet die Schriftsprache hörbehinderten Studierenden Schwierigkeiten?
A

Für hochgradig Schwerhörige und Gehörlose, die schon vor dem Schuleintritt ihr Gehör verloren haben, ist es schwierig eine Schriftsprachkompetenz vergleichbar mit der Hörender zu erwerben. Da das Schreiben einer Alphabetschrift über das Gehör erfolgt, indem den Phonemen Grapheme zugeordnet werden, haben hochgradig hörbehinderte Kinder beim Erwerb der Schrift große Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten werden zwar – insbesondere von Abiturienten – im Laufe der schulischen Bildung überwunden: dennoch bleibt die Deutsche Schriftsprache für hochgradig Hörbehinderte immer eine Fremdsprache und es ist für sie wesentlich anstrengender schriftsprachliche Texten zu lesen, zu strukturieren, zu analysieren und zu schreiben, als für Hörende. Komplexe grammatische Strukturen, Fremdwörter und Anglizismen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Hörbehinderte müssen grundsätzlich einen größeren Aufwand bei der Bearbeitung von Texten betrieben, als ihre hörenden Mitstudierenden und sind durch den Hör- und Lesestress eher von einem Burnout bedroht.

weitere Infos»

 

 
F Weshalb bereitet die Schriftsprache Studierenden mit Sehschädigung Schwierigkeiten?
A Das Arbeiten mit langen Texten ist für Menschen mit Sehschädigung arbeitsaufwändig. Sehende "scannen" Texte mit den Augen und erfassen durch die Erkennung von Schlüsselworten schnell, ob interessante Inhalte in einem Dokument enthalten sind. Menschen mit Blindheit lesen Dokumente sequentiell, das heißt: Sie müssen von links oben beginnen und bis rechts unten lesen, um zu wissen, was in einem Dokument enthalten ist. Menschen mit einer Sehbehinderung haben beim Querlesen ebenfalls Probleme, da sie häufig die Texte in einer starken Vergrößerung lesen und dadurch nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Dies führt leicht dazu, dass sie den Überblick verlieren.
F Was muss ich beachten, wenn ein Studierender mit einer Hörschädigung eine schriftliche oder mündliche Prüfung bei mir absolvieren möchte?
A

Aufgrund des im Grundgesetz verbrieften Rechts, dass Niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf (GG Art.3, Absatz 3, Satz 3), wird behinderten Studierenden ein Nachteilsausgleich gewährt. Da bei hörgeschädigten Studierenden je nach Art und Grad ihrer Hörschädigung die Sprachperzeption so wie die eigene Sprachproduktion unterschiedlich stark beeinträchtigt ist, benötigen sie besondere Rahmenbedingungen sowie einen Nachteilsausgleich. Ein hörgeschädigter Prüfling ist deshalb auf eine klare und deutliche Aussprache, das Mundbild, sowie auf Mimik und Gestik des Gesprächspartners zur Unterstützung des Hörverstehens unbedingt angewiesen. Als Prüfer sollten Sie deshalb auf ständigen Blickkontakt achten und versuchen, klar und deutlich zu sprechen. Die eigene Sprachproduktion des Prüflings kann mitunter (stark) von der regelgerechten Aussprache abweichen, da er/sie über keine oder nur eine sehr geringe auditive Eigenkontrolle verfügt.

Da die genannten Faktoren gerade in einer rein mündlichen Prüfungssituation besonders zum Tragen kommen, muss die rein mündliche Prüfungsform angepasst werden, indem Prüfungsteile geändert oder gestrichen, die Fragen in mündlichen Prüfungen schriftlich ergänzt, Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt werden oder gegebenenfalls Zeitverlängerung gewährt wird. Sollte eine mündliche Prüfung aufgrund der Hörschädigung und den damit verbundenen Beeinträchtigungen nicht durchgeführt werden können, sollte die Prüfung mittels schriftlicher, im Anforderungsniveau gleichwertiger (Ersatz-)Aufgaben erfolgen.

 
F Was muss ich beachten, wenn ein Studierender mit einer Sehschädigung eine schriftliche oder mündliche Prüfung bei mir absolvieren möchte?
A

Prüfungen müssen so gestaltet sein, dass eine Person mit Sehschädigung alle Inhalte selbständig bearbeiten kann. Das bedeutet, dass schriftliche Prüfungen barrierefrei aufbereitet sein müssen. Außerdem ist zu beachten, dass Menschen mit Behinderung normalerweise bei schriftlichen Prüfungen einen Anspruch auf Zeitverlängerung haben, um die behinderungsbedingten Nachteile ausgleichen zu können (je nach Behinderung bis zu 50 Prozent).

Schriftliche Prüfungen

Menschen mit einer Sehbehinderung sollten die Dokumente vergrößert und in einer serifenlosen Schrift erhalten (zum Beispiel mit Schriftgröße 14 im DIN A4-Format oder vergrößert im A3-Format). Häufig ist es auch hilfreich, die Prüfung an einem PC mit einem großen Monitor und einer Vergrößerungssoftware zu lesen und am PC die Fragen zu beantworten. Fragen Sie die zu prüfende Person, wie die Dokumente gestaltet sein müssen, damit sie gut lesbar sind.

Bei Menschen mit Blindheit müssen die Dokumente digital (als lesbares Word-Dokument) zur Verfügung gestellt werden. Wenn Grafiken Teil der Prüfung sind, müssen diese textuell beschrieben werden oder eine alternative Aufgabe dazu formuliert werden. Wird eine grafische Lösung einer Aufgabe verlangt, muss die Aufgabe umformuliert werden, so dass sie textuell gelöst werden kann. Wenn es bei Ihnen an der Hochschule möglich ist, Grafiken ertastbar auszudrucken, können Sie auch taktile Grafiken für die Prüfung einsetzen.

Seien Sie sich bewusst, dass ein Mensch mit Blindheit die schriftliche Prüfung nur an einem Computer mit installierter Screenreader-Software schreiben kann. Da es häufig schwierig ist, einen extra PC mit einem Screenreader auszustatten, muss meist auf den PC des Studierenden zurückgegriffen werden. Die Aufsichtsperson muss dann während der Prüfung sicherstellen, dass keine unerlaubten Dokumente genutzt werden. Außerdem muss die Internetverbindung während der Prüfung unterbrochen sein.

Durch die Zeitverlängerung empfiehlt es sich, die schriftliche Prüfung in einem seperaten Raum, parallel zur offiziellen Prüfung, durchzuführen, denn der Aufbruch der Mitstudierenden nach der offiziellen Zeit wird oft als störend empfunden.

Mündliche Prüfungen

Da es in manchen Prüfungen darauf ankommt, Texte schnell zu überfliegen oder Aufgaben mit großen Tabellen und unübersichtlichen Grafiken zu lösen, kann alternativ auch eine mündliche Prüfung durchgeführt werden. Mündliche Alternativprüfungen sollten inhaltlich mit den schriftlichen Ursprungsprüfungen übereinstimmen. Menschen mit Sehschädigung wünschen keine Sonderbehandlung. Sie benötigen lediglich einen barrierefreien Zugang zu den Inhalten, wenn Sie den Stoff verstanden haben.

Besprechen Sie mit der zu prüfenden Person, welche Inhalte Teil der mündlichen Prüfung sein werden. Wenn Sie grafisches Material verwenden möchten, erkundigen Sie sich bei der betreffenden Person, wie sie in der Regel mit Grafiken umgeht. Nicht jede schriftliche Aufgabe kann genauso in einer mündlichen Prüfung verwendet werden. Manchmal müssen sie so angepasst werden, dass sie sich auch für eine mündliche Prüfung eignen. Denkbar wäre auch eine Kombination aus schriftlichen und mündlichen Teilen.

F Auf welche besonderen Prüfungskonditionen hat ein/e Studierende/r mit Hörbehinderung Anrecht?
A

Wie bereits zuvor in Bezug auf mündliche und schriftliche Prüfungen angesprochen, sollten Sie prüfen, ob alle Bedingungen für eine einwandfreie Kommunikationssituation gegeben sind. Sie sollten darauf achten, ob die Prüfungsfragen inhaltlich verstanden werden, nicht in Zusammenhang mit dem Wissen, das sich der/die hörbehinderte Studierende genauso aneignen muss wie seine hörenden Kommilitonen, sondern in Bezug auf die genaue Formulierung der Frage. Bedenken Sie, dass die deutsche Laut- bzw. Schriftsprache für den Hörgeschädigten ebenso eine Fremdsprache ist wie für andere Englisch oder Französisch (siehe Punkt 5). Räumen Sie ihm deshalb gegebenenfalls mehr Zeit zur Beantwortung der Fragen ein. Bei der Korrektur der Arbeit sollten Sie diesen Punkt ebenfalls im Hinterkopf behalten und einen anderen Rahmen zur Bewertung von Grammatik und Rechtschreibung festlegen.

In mündlichen Prüfungen bedenken Sie bitte, dass es durch die Verdolmetschung zu einer Zeitverzögerung kommt. Seien Sie also nicht ungeduldig, wenn der/die Studierende einen Augenblick länger braucht, um mit der Beantwortung einer Frage zu beginnen.

 
F Auf welche besonderen Prüfungskonditionen hat ein/e Studierende/r mit Sehschädigung Anrecht?
A

Laut Hochschulrahmengesetz haben die Hochschulen Sorge zu tragen, dass Studierende mit Behinderung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden (§2 Abs.4 Satz2 HRG). Welche weiteren gesetzlichen Bestimmungen es gibt, finden Sie auf der Homepage des Deutschen Studentenwerks.

In manchen Prüfungsordnungen für Bachelor- und Masterstudiengänge ist geregelt, welche besonderen Prüfungskonditionen für Studierende mit Behinderung vorgesehen sind. Ihre Fakultät sollte Ihnen da Auskunft geben können. Sollte dies nicht geregelt sein, sollten Sie generell darauf achten, dass während der Prüfung Studierende mit Sehschädigung gegenüber ihren Mitstudierenden keine Nachteile haben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass diesem Personenkreis Dokumente in barrierefreier Form zur Verfügung gestellt werden. Wie Sie dies gewährleisten können, wird in einer der vorherigen Fragen behandelt.

F Welche deutschen Hochschulen sind für Studierende mit Hörbehinderung barrierefrei?
A

Nur sehr wenige Universitäten bieten in der Studienberatung beispielsweise für Gehörlose Gebärdensprachdolmetscher oder Mitschreibkräfte an und stellen kontinuierlich aktualisierte Informationen auf ihrer Webseite auch in Deutscher Gebärdensprache (DGS) zur Verfügung. Für Hörgeschädigte sind das die Universität Hamburg, die eine Servicestelle zur studienorganisatorischen Unterstützung gehörloser und hörgeschädigter Studierender an Hamburger Hochschulen (STUGHS) betreibt, die Humboldt-Universität in Berlin (BIGS), Samuel-Heinicke-Fachoberschule in München, die RWTH Aachen (DESIRE) und die Universität zu Köln (Rehabilitationswissenschaften). Mehr Informationen zur Situation hochgradig Hörbehinderter an Deutschen Hochschulen auf reha-recht.de

 
F Welche deutschen Hochschulen sind für Studierende mit Sehschädigung barrierefrei?
A

2008 trat die UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung in Kraft. Darauf aufbauend hat auch die Hochschulrektorenkonferenz 2010 die Empfehlung "Eine Hochschule für Alle" verabschiedet, um Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Somit sollte es allen Hochschulen ein Anliegen sein, Barrieren abzubauen.

Vermutlich gibt es keine Hochschule, die absolut barrierefrei ist. Jedoch gibt es an manchen Hochschulen Einrichtungen, die Studierende mit Sehschädigung unterstützen und sich in diesem Bereich gut auskennen. Hier einige Beispiele:

  • DoBuS - Dortmunder Zentrum Behinderung und Studium an der Technischen Universität Dortmund
  • Studienzentrum für Sehgeschädigte am Karlsruher Institut für Technologie
  • BLIZ - Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende an der Technischen Hochschule Mittelhessen
  • Servicestelle für behinderte Studierende an der Philipps-Universität Marburg
  • Studieren mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen an der Hochschule Lausitz (FH)
  • Fachgruppe "Ausbildung" des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS). Dort haben sich Betroffene zusammengeschlossen und können Auskunft bei Fragen geben.

 Auch manche Beauftragte für die Belange behinderter und chronisch kranker Studierender können über den Stand an der jeweiligen Hochschule Auskunft geben. Eine 2012 veröffentliche Studie erforschte die Studienbedingungen von Studierenden mit Behinderung an deutschen Hochschulen. Die Ergebnisse zeigen, dass noch viel Handlungsbedarf besteht.